Handwerkliche Weine abseits des Mainstream
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Weingut Lukas Krauß

Lukas Krauß, der Mann mit Hut und scharfem „ß“

Lukas KraußBertolt Brecht nannte sich Stückeschreiber unter Dichtern… Lukas Krauß nennt sich Weinbauer unter Winzern. Ohne Firlefanz und erdverbunden baut er am Rande der Pfalz in Lambsheim – gleich gegenüber von Kohl- und Rübenäckern – seine Weine an. Hochtrabendes Gerede von Terroir langweilt ihn. Viel wichtiger für ihn ist es, gesundes Traubenmaterial in einer hohen Qualität als Basis guter Weine zu ernten. Wäre die Traube ein Kind, wäre der Wingert der Kindergarten, die Maische der Schulabschluss und die Gärung die steile Karriere.

Lukas Krauß, der Charakterkopf – immer wohlbehütet, er ist der Mann mit Hut. Und zwar nicht aus Marketing-Kalkül, sondern weil er als Teenager eine Vorliebe für Baseballmützen hatte – seine Mutter war darüber nicht sonderlich begeistert, und bat ihn, doch wenigstens zu festlichen Anlässen einmal die Mütze abzunehmen. Abgenommen hat er die Mütze, dafür war flugs der erste Hut gekauft, dann noch einer für die Arbeit – und heute erkennt man ihn schon von Weitem an seinem braunen Cordhut!

Nach „Hüte-Klassen“ teilt der junge Winzer (*1988) auch seine Weine ein: „1 Hut“ steht für gut, frische trinkfreudige Weine, „2 Hüte“ steht für noch besser, Weine mit Holzfassausbau und manchmal eigenwilliger Stilistik – aber immer getreu dem Motto von Opa Krauß „Schmecke muss es“. Dabei gilt seine besondere Liebe dem Silvaner, einer seiner Meinung nach völlig zu Unrecht unterschätzten Rebsorte. Wer Lukas Krauß gegenüber den Silvaner als „Wein zum Spargel“ bezeichnet, darf sich über ein lebhaftes Plädoyer für die verkannte Rebsorte freuen – dieser Wein kann so viel mehr, ist ein universeller Speisenbegleiter zu allen möglichen Gerichten, vor allem zu Gemüse, aber auch z.B. zur orientalischen Küche, und ähnlich wie Riesling ein Botschafter des Bodens, auf dem er wächst.

Lukas Krauß gehört wie viele junge Winzer zur Weingeneration 2.0, er will Weine erzeugen für „Laien und ambitionierte Trinker“, sein Ziel ist die Kombination von Trinkspaß und Anspruch. Und die Weine zaubern einem tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht, nicht zuletzt wegen der liebevoll selbst gestalteten Etiketten. Das Strichmännchen mit Hut, gemütlich an ein umgedrehtes scharfes „ß“ gelehnt und mit einem Glas in der Hand ziert die Flaschen – man sieht förmlich den jungen Winzer vor sich, wie er fröhlich einen seiner Weine genießt. Mit leiser Ironie, einem kleinen Augenzwinkern und einer gehörigen Portion pfälzischer Bodenständigkeit will er Wein aus der manchmal allzu ernsthaften Ecke holen – oder wie es in den Worten des Pfälzer Mundartmusikers Kurt Dehn auf den Flaschen geschrieben steht „Hoschd mol Kummer un en dicke Klotz im Hals, trink en Riesling vun de Palz“!Foto: Rachel Wirth

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