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Weingut Lubentiushof

Experten für langsamen Riesling - Andreas & Susanne Barth

Susanne und Andreas Barth„Andreas Barth, Gondorfer Gäns?!“ Noch nie gehört? Dann geht es Ihnen wie vielen, auch ausgesprochene Weinfachleute und Händler haben häufig noch nie etwas von Andreas Barth, seinem Weingut Lubentiushof und den Weinen aus den Mosel-Steilstlagen Gondorfer Gäns und Koberner Uhlen gehört. Viel prominenter ist dafür das Weingut von Othegraven an der Saar – nicht zuletzt durch die mediale Aufmerksamkeit nach Übernahme durch Günther Jauch –, in dem Andreas Barth ebenfalls als Kellermeister für die Weine verantwortlich zeichnet.

Gäns im WinterAber mal von Anfang an erzählt: Andreas Barth hätte statt Winzer genauso gut Jurist werden können, das Studium dafür hatte er bereits abgeschlossen. Doch dann kam alles anders, als er 1994 als Quereinsteiger und Autodidakt das Weingut Lubentiushof in Niederfell an der Terrassenmosel übernahm und mit seiner Frau Susanne über die Jahre zu einem der führenden Weingüter in der Gegend aufbaute. Das Weingut geht zurück auf eine im Jahr 1711 gegründete Kellerei der Fürsten von der Leyen (nicht verwandt mit der Politikerin). Die Weinberge liegen in der Gondorfer Gäns und im Koberner Uhlen, mittlerweile gehören den Barths dort knapp 5 ha. Beides sind große Lagen, steilste Terrassen mit Schieferböden, wertvolle Stücke Land, die allerdings mit der Zeit in Vergessenheit gerieten – zu Unrecht, wenn man sich ansieht, was ein Winzer in reiner Handarbeit viel Fingerspitzengefühl, Geduld und Sorgfalt aus diesen abenteuerlichen Steilstlagen herausholen kann.

Andreas Barth im KellerUnd Geduld ist eine der Stärken der Barths, oder vielmehr das Zeitlassen: ihren Weinen lassen sie viel Zeit, so viel Zeit, dass sie als Experten für „langsamen Riesling“ gelten. Andreas Barth beherrscht die risikoreiche Spontangärung wie kaum ein anderer Winzer, das kontrollierte Nichtstun: ausnahmslos alle Weine im Lubentiushof werden mit wilden, weinbergs- und kellereigenen Hefen spontan vergoren, in kühlen Kellern gären sie langsam und lange, bis weit in den Sommer hinein. Zu einem Zeitpunkt, zu dem manch andere Winzer bereits ausverkauft sind, kommen die Weine der Barths überhaupt erst in den Verkauf.

So entstehen ursprüngliche, ungeheuer langlebige Weine mit Charakter – keine primärfruchtigen Spaßweine, sondern enorm mineralische, leise, intellektuelle Weine mit Anspruch, nichtsdestotrotz aber mit einer gehörigen Portion Trinkfreudigkeit. 80% der Weine werden trocken ausgebaut, aber auch die rest- und edelsüßen Varianten des Rieslings können sich sehen lassen.

Wer sich selbst einmal vor Ort vom Können und der herzlichen Gastfreundschaft des sympathischen Winzerpaars überzeugen möchte, sollte der Weinwerkstatt der Barths einen Besuch abstatten. Direkt neben dem Winzerhaus aus Bruchsteinen steht sie, durch einen kleinen Innenhof mit dem Haupthaus verbunden, ein elegantes, zurückhaltendes Kunstwerk aus Bruchstein, Glas und Beton: das alles strahlt eine moderne Offenheit und Schwerelosigkeit aus, ist aber zugleich geerdet und fest verwurzelt – gleichsam ein Spiegelbild von Andreas und Susanne Barth mit ihrer herzlichen und offenen Art, traditionell und modern zugleich, der tief verwurzelten Rebstöcke und der Weine, elegant, strahlend, schwerelos und zugleich mit so viel Tiefgang…

Fotos: Andreas Durst, Weingut Lubentiushof

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