Handwerkliche Weine abseits des Mainstream
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Weingut Günther Steinmetz

Stefan Steinmetz: Der Steillagen-Sammler

Stefan SteinmetzStefan Steinmetz : ein Mann wie ein Baum – den Preisboxer würde man ihm durchaus abnehmen – und dabei feinfühlig, gefühlvoll und leidenschaftlich in dem, was er tut, ein beeindruckender Mann, der dem Schiefer Weine abringt, die ihresgleichen suchen.

Es heißt, gute handwerkliche Weine sind wie der Winzer, der dahintersteht. Auf die Weine von Stefan Steinmetz trifft das auf jeden Fall zu. Eher keine leichtfüßig verspielten „Möselchen“, sondern beeindruckend in ihrer Struktur und Statur, konzentriert, ruhig und zurückhaltend, dabei keinesfalls schwerfällig sondern von einer gotisch anmutenden Eleganz – kompromisslos, dunkel, kraftvoll, von archaischer Strenge und Schönheit, wie aus dem Schiefer gehauen mit klaren, eleganten Linien und unverkennbar.

Brauneberger JufferIn Brauneberg an der Mittelmosel hat er von seinem Vater Weinberge in einigen der besten Steillagen geerbt, u.a. in der Brauneberger Juffer und im Piesporter Goldtröpfchen – Lagen, für die man, sofern man dort überhaupt noch Flächen bekommt, viel Geld bezahlen müsste. Zu seinem Erbe gehörten aber auch leicht und maschinell zu bewirtschaftende Flächen in der Ebene. Einige Winzer würden sich freuen über diese Arbeitserleichterung, die es ermöglicht, mit minimalem Aufwand hohe Erträge zu erzielen – nicht so Stefan Steinmetz! Nein, er ging hin und tauschte die flachen Lagen gegen kleine Parzellen in den steilsten, steinigen Lagen wie Geierslay und der Veldenzer Alter Grafschafter Sonnenberg – andere sammeln Briefmarken, Stefan sammelt unbekannte, alte aber hochwertige Lagen, mittlerweile sind es 14 verschiedene, viele davon werden einzeln ausgebaut.

Stefan Steinmetz im WeinbergNachhaltige, umweltschonende Bewirtschaftung seiner Weinberge liegt Stefan Steinmetz sehr am Herzen, auch wenn das für ihn harte körperliche Arbeit bedeutet. Für die leichteren Hilfsarbeiten hat er Unterstützung, aber wenn es ans Eingemachte geht, packt er doch lieber selbst an. Seine Weinberge haben seit mehr als 25 Jahren keine Insektizide mehr gesehen, gedüngt wird ausschließlich mit organischem Kompost. Die Rebstöcke hat er von Einzelpfahl- auf Drahtrahmenerziehung umgestellt, das sorgt zum einen für eine bessere Luftzirkulation und mehr Sonneneinfall, damit für gesündere Trauben, zum anderen reduziert es den Ertrag und konzentriert den Extrakt in den Trauben – Stefan holt aus seinen Weinbergen nicht einmal die Hälfte des an der Mosel zugelassenen Ertrags.

Stefans Weine stammen überwiegend von alten Reben, 95% seiner Weinberge sind 30 Jahre alt oder älter, einige sogar 50 bis 70 Jahre und wurzelecht. Die Trauben werden allesamt sorgfältig von Hand gelesen und behutsam gepresst. Der Most darf oxidieren und wird ausschließlich mit wilden Hefen spontan vergoren, das macht die Weine später in der Flasche langlebiger und stabiler. Ergebnis all dieser Mühen sind konzentrierte, von einer enormen Mineralität geprägte Weine, die sich vielleicht nicht auf den ersten Schluck anbiedern, aber umso mehr Freude machen, wenn man sich auf sie einlässt – wie Stefan Steinmetz sagt: „Meine Weine sind so, wie ich sie will – ich richte mich nicht nach dem Geschmack anderer.“

Fotos: Weingut Günther Steinmetz

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