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Weingut Franzen

Weinbau auf Messers Schneide - die Terrassenmosel-Winzer Kilian & Angelina Franzen

Moselschleife Bremmer CalmontFast jeder kennt das Bild der gewaltigen, engen Moselschleife und der steil aufragenden Weinbergsterrassen des Bremmer Calmont – unzählige Male ist dieses Motiv als archetypisches Bild der Mosellandschaft in Reisebüchern und –zeitschriften abgebildet worden. Der Bremmer Calmont ist der steilste Weinberg Europas, und wer die Möglichkeit hat, sollte dieses beeindruckende Landschaftsmonument einmal aus der Nähe erleben.

Immer am Fluss entlang schlängelt sich die Straße, links das Wasser, rechts Natursteinmauern und darüber nahezu senkrecht in die Höhe ragend die Weinberge, die sich wie ein Amphittheater um die Moselschleife legen. In dieser atemberaubenden Kulisse findet die Familie Franzen ideale Bedingungen für ihre unverwechselbaren mineralischen und gehaltvollen Weine.

FachkaulLange Zeit lag die Terrassenmosel im Dornröschenschlaf, weitgehend unbeachtet im Gegensatz zu den berühmten Lagen an der Mittelmosel und den dort ansässigen, weltbekannten Weingütern. Es war Ulrich Franzen, der mit kaum vorstellbarem Aufwand das 1,5 Hektar große „Fachkaul“ am Bremmer Calmont von einem verwilderten, verwahrlosten Chaos in einen der besten Weinberge der Terrassenmosel verwandelte. Keine leichte Arbeit, bei zum Teil 60 Grad Hangneigung und einem kargen Schieferboden mit viel losem Gestein, von großen Brocken bis zu kleinen losen Plättchen, die unter den Füßen wegrutschen. Der Aufwand lohnte sich, kelterte er doch aus den Lagen am Bremmer Calmont und Neefer Frauenberg beeindruckende Weine, vorwiegend trocken, die zu den besten der Terrassenmosel zählen.

Kilian & Angelina Franzen2010 war ein Schicksalsjahr für die Familie Franzen. Der Berg forderte seinen Tribut, Ulrich Franzen verunglückte tödlich bei der Arbeit im Weinberg. Von einem Tag auf den anderen musste sein Sohn Kilian (Jahrgang 1987) zusammen mit Mutter Iris und seiner Freundin Angelina Lenz (Jahrgang 1990) das Ruder übernehmen. Kilian hatte gerade erst das 2. Semester an der Weinbau-Uni Geisenheim beendet, praktische Erfahrungen hatte er bei keinen Geringeren als Josef Leitz in Rüdesheim und den herausragenden Terrassenmosel-Winzern Clemens Busch und Heymann-Löwenstein gesammelt. Von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für ein knapp 10 ha großes Weingut zu übernehmen erfordert Mut und Leidenschaft. Kilian und Angelina sind ins kalte Wasser gesprungen, haben sich kopfüber in das Abenteuer ihres Lebens gestürzt, ihre Kräfte gesammelt und nach vorne geblickt. 7 Hektar Steillagen sind nun ihre Aufgabe, hier schneiden, binden, heften, lesen sie und bauen aus. 60.000 Flaschen füllt das Franzen-Team jedes Jahr und liebt jede einzelne davon.

Impressionen der WeinleseWir ziehen unseren Hut vor Kilian und Angelina – Steillagenwinzer sind Helden, und betreiben Weinbau auf Messers Schneide! Wer sagte noch, einen echten Winzer erkenne man an seinen Stiefeln? „Durchlöchert, zertreten, zerschlissen, Sohle gebrochen, Nähte geplatzt. Total im Eimer. Schiefer fressen Stiefel auf. Der Berg hat immer Hunger. Hunger auf neue Stiefel.“ Diese Momentaufnahme aus dem Flyer zu ihrem ersten ganz eigenen Wein „Der Sommer war sehr groß“ sagt wohl alles. Die Ereignisse jedes Jahres, seien sie klein oder groß, eher banal oder dramatisch, hinterlassen ihre Spuren in den Weinen, jeder Wein erzählt eine Geschichte – von dem Boden, auf dem die Trauben gewachsen sind, vom Wetter des jeweiligen Jahrgangs, vom Keller, in dem er reift, und nicht zuletzt von den Menschen, die dahinterstehen. Begeben wir uns auf eine Zeitreise durch das ganz persönliche Weinjahr von Kilian und Angelina und sehen wir es durch die Augen zweier junger Menschen, die gemeinsam ihren Weg gehen. Wir freuen uns sehr, dass wir sie auf diesem Weg begleiten dürfen!Kilian & Angelina FranzenFotos: Weingut Franzen

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